Grundlagen der Psychotraumatologie

Thema

Psychotraumatologie ist die Wissenschaft von den physischen und psychischen Reaktionen des Menschen auf Einwirkung von Gewalt und den daraus folgenden biologischen, psychischen und verhaltensmässigen Reaktionen und Veränderungen. Die gewaltsamen Ereignisse können verschiedenster Natur sein: Vergewaltigung, Folter aber auch Autounfälle und Naturkatastrophen gehören ebenso dazu wie der gewaltsame Tod naher Angehöriger.

Posttraumatische Belastungsstörung

Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist die bekannteste und am besten erforschte Traumafolgestörung. Dabei handelt es sich nicht nur um ein psychoreaktives Geschehen, traumatische Erfahrungen ziehen auch komplexe neurobiologische Veränderungen und oft schwerwiegende soziale Auswirkungen nach sich.

Andere Traumafolgestörungen

Die PTBS ist allerdings nicht die einzige Traumafolgestörung. Weitere Störungen, wie z.B. Persönlichkeitsänderungen, Anpassungsstörungen, aber auch Depressionen, Angststörungen, somatoforme Störungen, Persönlichkeitsstörungen oder Substanzmissbrauch müssen als mögliche Reaktionen auf traumatisierende Ereignisse erkannt werden.

Diagnostik

Vor jeder therapeutischen Intervention steht eine diagnostische Beurteilung. Diese geht, wenn sie den Boden für wirksame therapeutische Interventionen vorbereiten soll, über die Benennung eines Syndroms hinaus. Sie dokumentiert vielmehr das Erkennen von Bedeutungszusammenhängen, Interaktionen, geschichtlichen und kontextualen Bedingungen und erfasst die existenzielle Dimension der seelischen Verletzungen.